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TAUCHE HEUTE IN DIE WELT DER TÖNE EIN.

Es gibt zwei Arten von Tönen: Du kannst zwischen dem Tone, der durch das sogenannte Leblose (einen fallenden Körper, eine Glocke oder ein Musikinstrument) hervorgebracht wird, und dem, welcher von Lebendigem (einem Tiere oder Menschen) stammt. Wer eine Glocke hört, wird den Ton wahrnehmen und ein angenehmes Gefühl daran knüpfen; wer den Schrei eines Tieres hört, wird außer diesem Gefühl in dem Tone noch die Offenbarung eines inneren Erlebnisses des Tieres, Lust oder Schmerz, verspüren.

Bei dem heutigen Üben setze bei der letzteren Art von Tönen an. Lenke Deine ganze Aufmerksamkeit
darauf, dass der Ton Dir etwas verkündet, was außer Deiner eigenen Seele liegt.
Versenke Dich in dieses Fremde. Verbinde Dein Gefühl innig mit dem Schmerz oder der Lust, die Dir durch den Ton verkündet werden.

Setze Dich jedoch darüber hinweg, was für Dich der Ton ist, ob er Dir angenehm oder unangenehm ist, wohlbehaglich oder missfällig. NUR DAS SOLL DEINE SEELE ERFÜLLEN, WAS IN DEM WESEN VORGEHT, VON DEM DER TON KOMMT. Wer planmäßig und mit Vorbedacht solche Übungen macht, der wird sich dadurch die Fähigkeit aneignen, mit einem Wesen, sozusagen, zusammenzufließen, von dem der Ton ausgeht.

Einem musikalisch empfindenden Menschen wird solche Pflege seines Gemütslebens leichter sein
als einem unmusikalischen. Doch darf niemand glauben, dass der musikalische Sinn schon diese, Pflege ersetzt.

Auf diese Weise kannst Du üben, der ganzen Natur gegenüber empfinden zu lernen.

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