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Dass das menschliche Herz eine Art Wahrnehmungsorgan ist, davon erzählt nicht nur die östliche Weisheit, auch St. Exupéry spricht in seinem Buch „Der kleine Prinz“ davon, dass man nur mit dem Herzen gut sehen könne. Dass man mit dem Herzen aber nicht nur wahrnehmen, sondern auch denken kann und dass dadurch unser Denken eine völlig neue Form annehmen wird, darauf hat Rudolf Steiner immer wieder hingewiesen:

„Es ist […] so, dass der Mensch während seiner Jugendzeit gewisse Begriffe, gewisse Vorstellungen aufnimmt, die er lernt; aber er lernt sie eben da nur. Sie sind dann Kopfwissen. Das übrige Leben, das langsamer verläuft, ist dazu bestimmt, das Kopfwissen umzuwandeln allmählich in Herzwissen – […] ich nenne ihn den Herzensmenschen -, umzuwandeln das Kopfwissen in Herzenswissen, in Wissen, an dem der ganze Mensch beteiligt ist, nicht nur der Kopf.

Um das Kopfwissen in Herzenswissen umzuwandeln, brauchen wir viel länger, als um uns das Kopfwissen anzueignen. Um uns das Kopfwissen anzueignen – wenn es schon ein ganz besonders gescheites Wissen ist, braucht man heute die Zeit bis in die Zwanziger Jahre hinein. Nicht wahr, dann wird man ein ganz gescheiter Mensch, akademisch ganz gescheiter Mensch, aber um dieses Wissen wirklich mit dem ganzen Menschen zu vereinigen, muss man beweglich bleiben sein Leben hindurch.“

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